Das singende, klingende Bäumchen war bislang nur bekannt als
Märchen-Film aus den späten Fünfziger Jahren. Heutzutage ist es
jedoch alles andere als ein Märchen. Überzeugen kann man sich
davon im Neuköllner Körnerpark. Dort gibt es noch bis Ende
nächster Woche ganz schön was auf die Ohren. Fantasievolle
Geräusche und Klänge. Die nicht die Natur, sondern Künstler
fabrizieren. Bevor der Wind alle Blätter von den Ästen geblasen
hat, haben wir uns das Baumberauschen angehört und angesehen,
was an Gerätschaften dazugehört. -- „Baumberauschen"
heißt die Installation von Oori Shalev und Carlos Sandoval: „Um
die Bewegungen der Bäume zu messen, haben wir kleine
Geschwindigkeitssensoren an die Astspitzen angebracht. Die
Sensoren sind mit der Datenbox verbunden, welche die gesamten
Daten über ein Kabel an den Computerraum sendet". -- Der
Computer übersetzt nun die Daten in Klänge und schickt sie
zurück zu den Lautsprechern. Für einen Baum gibt es dabei bis zu
1000 verschiedene Soundschnipsel, die haben die beiden zuvor in
mühsamer Kleinarbeit zu Hause erarbeitet. -- Bis zum 27.
Oktober lässt sich im Körnerpark über den richtigen Klang
streiten, dann werden die Lautsprecher abgebaut. Das soll aber
nicht das Ende des Projektes sein, denn eigentlich möchten sie
in jedem Land der EU einen Baum mit der Technik ausstatten, um
so Europa baumberauschend erklingen zu lassen.

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